Seifen zählen zu den ältesten waschaktiven Substanzen, die seit mehr als 4000 Jahren aus pflanzlichen und tierischen Fetten hergestellt werden. Nach Verwendungszweck, Verfügbarkeit und Preis werden verschiedenste Fette oder Öle als Ausgangsmaterial herangezogen. Wir haben die Seife als umweltfreundlichen Rohstoff für unsere Produkte wiederentdeckt.

Grundlagenentwicklung für den Einsatz von Seifen in modernen Waschmitteln:

Ziele und Inhalt

In jüngster Zeit wurde der Einsatz von Seifen für Waschmittel überwiegend durch Tenside aus der industriellen Fertigung verdrängt. Die wichtigsten Vorprodukte dieser Tenside – Fettsäuren – werden heute im Wesentlichen aus Palmöl und Palmkernöl gewonnen. Dies ist einerseits durch die günstige Verteilung der Kohlenstoffketten der in den Palmölen enthaltenen Fettsäuren (CHEMISCH) begründet, vor Allem aber, weil Palmöle aus Plantagenanbau in großer Menge, einfach und günstig erhältlich sind (ÖKONOMISCH). Wir erachten die Verwendung von Palmkernöl wegen der dafür nötigen Rodung großer Regenwaldflächen bzw. des starken Einsatzes von Herbiziden als ökologisch äußerst bedenklich. Zudem bedingt die Lage der Anbaufelder weite Anlieferstrecken – Indonesien ist der größte Palmölproduzent der Welt: Etwa die Hälfte des weltweit produzierten Öls kommt von dort. Der Rest stammt anderen Ländern in Südostasien. Ziel war es ein Verfahren zu ermitteln, dass es ermöglicht, Seifen aus heimischen Ölsaaten herzustellen, die den Erfordernissen für die Produktion moderner Waschmittel entsprechen.

Methode

Aus Ölen und Fetten werden Fettsäuren gewonnen, die im Verseifungsprozess – vereinfacht dargestellt mit Laugen gemischt und unter Zuführung und Abführung von Energie neutralisiert werden – zu flüssiger Seife werden. Wesentlich dabei sind zwei Grundbedingungen:1) das Ausgangsöl für die Verseifung darf nicht hochwertiges Öl in Lebensmittelqualität sein, schwächere Qualitäten müssen genügen. 2) die so gewonnene flüssige Seife in Funktion und Eigenschaften (Geruch) nachhaltig gleich bleiben. Es gilt das teilweise verschüttete Wissen um den zielgerichteten Einsatz von Ölen, Ölmischungen und unterschiedliche Verseifungsverfahren wieder zu beleben und empirisch (neue Prüfverfahren) nachzuweisen.

Neuheit

Olivenöl, Rapsöl und Sonnenblumenöl haben eine etwas andere Fettsäurenzusammensetzung als Palmöle. Der Anteil an langkettigen Fettsäuren überwiegt, zudem sind Öle für technische Zwecke von nicht gleichbleibender Qualität und haben variierende Eigenschaften. Um eine gleichbleibende und verlässliche Funktion von Seifen als Rohstoff zu erreichen verlangt es zum Einen die Entwicklung eines flexiblen Produktionsverfahrens, in dem mit geringstmöglichem Energieeinsatz verschiedene heimische Öle, wie Sonnenblumenöl, Rapsöl, Olivenöl oder andere auch bei wechselnden Ölqualitäten zu einem konstanten Ergebnis verarbeitet werden können. Zum anderen müssen die Waschmittelformulierungen so aufgebaut werden, dass die neuen Seifen darin die optimale Wirkung entfalten können. Wir arbeiten mit österreichischen Ölmühlen an einer regionalen Beschaffung der Öle.